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Was ist BIOHACKING? (Guide mit Tipps)

von | Dez 30, 2019 | Orientierung

Wer sich viel im Gesundheitsinternet herumtreibt, wird früher oder später auf den Begriff „biohacking“ stoßen. Dieser Gesundheitstrend verspricht mehr Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden, Energie und Glück. Und tatsächlich ist diese Form von Selbstoptimierung für jeden interessant, der bereit ist, mehr über den eigenen Körper zu erfahren und darüber, wie die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit – wissenschaftlich fundiert – verbessert werden kann.

Mit Sicherheit betreibst du Biohacking bereits, auch wenn bisher unbewusst.

Erfahre in diesem umfassenden Artikel alles darüber, was es mit diesem Gesundheitstrend auf sich hat und wie du selbst biohacking nutzen kannst, um mehr Einfluss auf deine Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu nehmen.

1) Was macht ein „Biohacker“?

 

Menschen können biohacking bewusst oder unbewusst betreiben, um gesundheitliche Vorteile zu erlangen.

Zu den Biohackern (=Menschen, die biohacking betreiben) zählen im weitesten Sinn: 

  • Menschen, die in der Früh Kaffee trinken, um wach zu werden
  • Menschen, die fasten oder Intervall fasten,
  • Menschen, die in die Sauna gehen, Infrarotkabinen nutzen oder kalt duschen
  • Menschen, die meditieren, ein heißes Bad nehmen oder Musik hören, um sich aktiv zu entspannen,
  • Menschen, die ihren Körper und ihre Leber entgiften,
  • Menschen, die bestimmte Ernährungsformen betreiben (zB.: Veganismus, Vegetarismus, Low Carb, ketogene Ernährung, Carnivore-Diät oder sonstige Diäten)

… diese Menschen werden oft unbewusst zu Biohackern. Sie machen etwas einfach deshalb, weil es ihnen und ihrem Körper guttut.

Auf der anderen Seite stehen Biohacker im engeren Sinn: 

  • Menschen, die Bodybuilding betreiben (als bestimmte Lebensweise mit der der Körper mehr Muskeln aufbauen soll)
  • Menschen, die Nahrungsergänzung für einen bestimmten Zweck einnehmen (zB zur Optimierung ihres Schlafs, zur Entgiftung der Leber, etc.)
  • Menschen, die ihre Hirnleistung optimieren (mehr Konzentration, Fokus und Lernfähigkeit zB durch Gehirndoping mit Nahrungsergänzung)

… diese Menschen beschäftigen sich nicht nur damit, DASS ihnen etwas guttut, sondern meistens auch WESHALB dies so ist. Sie gehören zu den richtigen Biohackern.

2) Was ist Biohacking? (Definition von Biohacking)

 

Lass uns nun genauer darauf eingehen, was mit dem Begriff „biohacking“ gemeint ist.

Dieses englischsprachige Modewort setzt sich aus den beiden Wörtern „Biologie“ und „Hacking“ zusammen und bedeutet sinngemäß, die eigene Biologie und das dahinter liegende System zu entschlüsseln und zu optimieren. Ziel dabei ist mehr Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Energie zu erhalten.

Geprägt wurde der Begriff „biohacking“ insbesondere durch den Amerikaner Dave Asprey, dem Urvater des biohackings, und dessen Erfindung des sogenannten bulletproof coffee (einem Kaffee ohne Milch, aber mit Kokosfett und Butter).

Kurzgefasst gibt es für „biohacking“ keine einheitliche Definition, sondern beschreibt es lediglich einen Überbegriff (bzw. einen Trend) zu einem gesteigerten Gesundheitsbewusstsein und zur gesundheitlichen Selbstoptimierung.

 

Ein richtiger Biohacker ist daher jemand, der… 

  • … seinen eigenen Körper sehr gut kennt (Körperbewusstsein),
  • … sich weiterbildet in gesundheitsrelevanten Themen (Bildung),
  • … versucht individuelle Lösungen für die Optimierung der eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu finden (Forschung)

Um ein richtiger Biohacker zu werden, ist es notwendig, das hinter Gesundheit und Leistungsfähigkeit stehende System zu verstehen. In Anlehnung an einen Computerhacker, der zuerst ein Computersystem verstehen muss, um es zu hacken, muss ein Biohacker zuerst die eigene Biologie (bzw. Biochemie) verstehen, um seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu steigern.

Insbesondere die Biochemie ermöglicht es uns, das für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit verantwortliche System zu verstehen und zu entschlüsseln.

Auf dem Weg zur Optimierung des eigenen Wohlbefindens und der eigenen Produktivität sind Biohacker dazu bereit, Neues auszuprobieren:

 Sie wenden dabei sogenannte biohacks“ (= Gesundheitstricks) in Selbstexperimenten auf sich selbst an, um das eigene biochemische System positiv zu beeinflussen und gesundheitliche Vorteile daraus zu ziehen. Die Wirkung dieser Biohacks ist in den meisten Fällen sehr gut wissenschaftlich nachgewiesen.

Kurzgefasst könnte man sagen, dass es sich bei Biohackern, um eine Gruppe von Menschen handelt, die Erkenntnisse aus der Wissenschaft an sich selbst anwendet und damit den eigenen Körper erforscht.

Aufgrund des wissenschaftlichen Ansatzes wird biohacking alternativ auch gerne als Do-it-yourself-Biologie bezeichnet. Mittlerweile gibt es sogar immer mehr Menschen, die es wirklich ernst mit biohacking meinen und sogar ihr eigenes Labor, zB in ihrer Garage, einrichten, um im Bereich der Genetik zu forschen.

Für Biohacker wird Wohlbefinden und Produktivität als … 

  • steuer-,
  • beeinfluss-,
  • kontrollier- und
  • machbar angesehen.

Die Selbstoptimierung soll dabei helfen, dass eigene genetisch veranlagte Potenzial voll zu entfalten, also unser persönlich genetisch vorgegebenes Maximum an Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erreichen.

Konkret bedeutet das, dass Biohacker wissen, wie sie ihre Alltagsprobleme lösen zB indem sie wissen wie sie… 

  • ihren Stresslevel senken und ihr Wohlbefinden steigern,
  • ihren Schlaf optimieren und Schlafbedarf verringern können,
  • ihren IQ erhöhen,
  • mit mehr Energie durchs Leben gehen,
  • sichtbare Muskeln aufbauen mit nur 30 Minuten Krafttraining zweimal pro Woche
  • überschüssiges Fett abbauen, ohne zu hungern,
  • sich besser über mehrere Stunden auf eine Aufgabe konzentrieren

3) Was ist das Ziel von Biohacking? (4 Vorteile von biohacking)

 

Mit biohacking zu beginnen, hat gute Gründe:

 

Vorteil #1: Mehr Kontrolle über die eigene Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Energie

Träumen wir nicht alle davon, unser Leben lang in bestem Wohlbefinden und in voller Energie zu leben? Und davon, dass uns Tätigkeiten, die uns Spaß machen und die uns im Leben voranbringen, leicht von der Hand gehen und wir sie ohne große Überwindung erledigen können? Dass wir genug Energie in unserem Alltag haben, um unsere Träume zu verfolgen, uns selbst zu verwirklichen und persönliches Wachstum zu ermöglichen?

 Ein weit verbreiteter Irrglaube unserer Gesellschaft hält uns zurück:

 Leistung bedeutet gleichzeitig Überanstrengung!

 … stimmt nicht und schadet uns!

 Mit Biohacking zu beginnen, bringt uns nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern löst teilweise auch Probleme unserer Leistungsgesellschaft: Es ermöglicht es uns eine Grundlage dafür zu schaffen, gesünder und produktiver zu werden und leichter einen Zustand zu erreichen, indem wir nicht innerlich ausbrennen, wenn wir die von uns verlangte Leistung erbringen.

Mit biohacking schaffen wir es, den Graubereich zwischen mittelmäßiger und optimaler Gesundheit etwas zu verkleinern.

 Es hilft uns auch dabei einen sogenannten „Flow“-Zustand zu erreichen, also einen Zustand, in dem wir kreativ und fokussiert an Tätigkeiten, die uns Spaß machen, herangehen können und sie uns leichtfallen.

 

Vorteil #2: Bessere Anpassung an Stress und Umweltfaktoren

 Unser Körper ist nicht optimal auf unseren derzeitigen Lebensstil angepasst ist. Stress, mehr Umweltschadstoffe und weniger Nährstoffe in unserer Nahrung verlangen mehr von unserem Körper ab, als das worauf wir evolutionär angepasst sind.

Wir müssen uns vorstellen, dass sich unser Genom (also unser genetisches Erbe) über viele Millionen von Jahren entwickelt und fortlaufend an unsere Lebensbedingungen adaptiert hat. Die Welt, in der wir heute leben, verändert sich jedoch schneller als jemals zuvor in unserer Geschichte. Mit biohacking können wir leichter mit diesen Bedingungen klarkommen und den aus den genannten Entwicklungen entstehenden Gesundheitsproblemen vorbeugen.

 

Vorteil #3: Weniger Abhängigkeit vom Gesundheitssystem

Fakt ist: Unser Gesundheitssystem hinkt der wissenschaftlichen Forschung hinterher. Laut einigen einschlägigen Experten beträgt die Lücke zwischen der etablierten Schulmedizin und der Wissenschaft ungefähr 50 Jahre (*).

 (* Ein Versuch diese Lücke zu schließen, ist die Entwicklung der funktionellen Medizin, unter anderem durch Dr. Jan Kielmann)

Viele festgefahrene und obsolete Dogmen im Gesundheitssystem halten die Bevölkerung nach wie vor davon ab, ihr Leben in bestmöglicher Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu verbringen. Teilweise mit starken kommerziellen Interessen als Hintergrund.

 Früher oder später werden wir alle unser Gesundheitssystem in Anspruch nehmen müssen.

… es ist daher gut sich mit Gesundheit auszukennen.

 Auch wenn die Schulmedizin vor allem in der Akutmedizin ihre Berechtigung hat, schaffen wir es mit biohacking etwas weniger von diesem System (und von der Pharmaindustrie) abhängig zu sein und diesem weniger hilflos gegenüber zu stehen.

Biohacking hilft uns dabei, unsere Gesundheit leichter selbst in die Hand zu nehmen

 

Vorteil #4: Leichteres Hinterfragen von allgemein zugänglichen Gesundheitsinformationen

Wer sich mit wissenschaftlich fundierten Informationen auseinander setzt, dem fällt es auch leichter allgemein zugängliche Gesundheitsinformationen zu hinterfragen.

Nachdem heutzutage so gut wie alle Informationen frei verfügbar sind und man sich theoretisch unendlich lang weiterbilden kann, bildet ein wissenschaftliches Grundwissen (insb. in Biochemie), einen Schutz vor zu stark vereinfachten Gesundheitsinformationen.

 Was “gesund ist” ist nie absolut, sondern muss immer im individuellen Kontext betrachtet werden!

 … Vorsicht daher vor zu stark vereinfachten Gesundheitsinformationen, oder solchen, die Informationen nicht in Relation setzen oder als absolut darstellen.

4) Wer kann Biohacking betreiben? Für wen eignet sich biohacking?

 

Biohacking kann jeder betreiben, der bereit ist, sich mit dem eigenen Körper und dessen Funktionsweise vertiefend auseinander zu setzen.

Dabei kann die Motivation für biohacking sehr unterschiedlich sein:

Umfasst sind sowohl Leute, die mit ihrem derzeitigen Gesundheitszustand nicht zufrieden sind und ihn verbessern wollen, bis hin zu jenen, die ihr körperliches als auch geistiges Lebenspotenzial voll ausschöpfen und die bestmögliche Version ihrer selbst werden wollen.

5) Wie funktioniert Biohacking? (Säulen von Biohacking)

 

Die Grundlage für Biohacking besteht aus mehreren Säulen.

 

Säule #1: Körperbewusstsein

Ein gesteigertes Körperbewusstsein bzw. Körperempfinden, also ein Gefühl für den eigenen Körper und dessen Funktionsweise sowie die Bereitschaft ihn besser kennenzulernen, stellt eine gute Ausgangslage dar, um Verbesserungspotenziale zu erkennen.

 

Säule #2: Weiterbildung

Die Bereitschaft sich weiterzubilden im Bereich der Wissenschaften, die sich mit dem Körper und dessen Funktionen auseinandersetzen. Dazu zählt insbesondere die Biochemie, die uns zeigt, wie das Gesamtsystem Mensch auf zellulärer Ebene funktioniert.

 

Säule #3: Bereitschaft zum Ausprobieren

… ist die Bereitschaft wissenschaftliche Erkenntnisse an sich selbst anzuwenden. Die einzelnen beim biohacking zur Verfügung stehenden Gesundheitstricks werden auch als biohacks bezeichnet.

Diese Selbstexperimente können als Werkzeuge angesehen werden, um den eigenen Gesundheitszustand und die eigene Produktivität auf ein neues Level zu heben. Die Selbstexperimente geben uns Auskunft darüber, ob etwas, dass wissenschaftlich für eine Gruppe von Menschen ausgetestet wurde, auch für unsere persönliche und individuelle Situation gilt und wirkt.

Selbstexperimente helfen uns dabei herauszufinden, welche Gesundheitstricks für uns persönlich relevant und hilfreich sind!

 

Säule #4: Forschung

Im fortgeschrittenen Bereich von biohacking beschäftigen wir uns auch mit der Auswertung der einzelnen Biohacks bzw. der Selbstexperimente (Erfolg oder Nichterfolg).

Für diese Auswertung eignet sich insbesondere ein Journal bzw. Gesundheitstagebuch, mit dem langfristig Aufzeichnungen über den eigenen Gesundheitszustand geführt und die Wirksamkeit von biohacks bewertet werden können. Ein solches Gesundheitstagebuch ist die ideale Ergänzung zu Laboruntersuchungen und stellt die Königsdisziplin im Biohacking dar.

Jetzt mehr über ein Journal bzw. Gesundheitstagebuch erfahren.

Für bestimmte Gesundheitsbereiche, wie zB Schlaf und Bewegung, gibt aus auch Apps fürs Smartphone (sogenannte „Healthtracker“) oder technische Gadgets (wie Schlaf- und Fitnesstracker zB Uhren von der Firma Fitbit). Die Extremvariante davon sind Implantate und RFID-Chips, mit denen Informationen gespeichert werden können.

Der Grundgedanke dabei ist:

Wissenschaft kann jeder betreiben!

(…zumindest im kleinen, aber persönlich relevanten Rahmen)

6) Biohacking betrachtet den Menschen als Individuum und ganzheitlich

 

Wie du vielleicht schon bemerkt hast, ist biohacking etwas sehr Individuelles. Lass uns nun darauf eingehen, was mit dieser Individualität gemeint ist und weshalb sie so wichtig ist.

Jeder Mensch funktioniert im Detail anders!

Zwar gelten die gleichen Grundsätze für jeden Körper (zB.: dass wir atmen, essen, schlafen und trinken müssen), aber wie ein Körper und sein Stoffwechsel im Detail funktioniert, unterscheidet sich sehr stark. Unsere Systeme sind unterschiedlich eingestellt. 

 

Als Beispiel:

Während der eine Mensch einen schnellen Stoffwechsel hat, sein Körper gut entgiftet und nicht viel Schlaf braucht, hat ein anderer Mensch Probleme damit Gewicht abzubauen, verträgt Alkohol oder bestimmte Nahrungsmittel nicht so gut und benötigt vergleichsweise viel Schlaf. Auch müssen sich Menschen, deren inneres System sich im Einklang befindet, vergleichsweise weniger anstrengen, bringen trotzdem eine gute Leistung und sind glücklich. Während der eine gut lernen und sich an seine Umwelt anpassen kann, zieht sich der andere zurück und ist mit der Welt überfordert.

Jeder Mensch ist individuell:

Und jeder Mensch hat andere Lücken und Schwachstellen in seinem Körper!

Gleichzeitig aber auch:

Jeder Mensch hat andere Hebel, Schalter oder Möglichkeiten, diese Lücken zu schließen und sein eigenes Gesundheitspuzzle zu lösen, um ein besseres Wohlbefinden und eine bessere Leistungsfähigkeit zu erhalten.

(Der Trend von biohacking entspricht übrigens in dieser Hinsicht auch dem immer weiter steigenden Trend nach personalisierter Medizin).  

Manche davon sind für uns – wissenschaftlich erwiesen! – erreichbar, manche davon nicht und bleiben uns (vorerst) verborgen.

Haben wir solche Hebel gefunden, können wir sie kontrollieren und sind der Entfaltung unseres vollen Potenzials einen deutlichen Schritt näher.

Biohacking ist Lücken im eigenen biochemischen Gesamtsystem zu finden und zu schließen!

Das Gefühl eines solchen Erfolgs kann sich anfühlen, wie wenn sich eine innere bisher angezogene Handbremse plötzlich löst.

Funktioniert unser System, …

  • sind wir belastbar, sowohl geistig als auch emotional,
  • können wir mit Stress und Herausforderung besser umgehen,
  • können Chancen leichter erkennen und sie wahrnehmen,
  • können uns so präsentieren, wie wir wirklich sind ohne die unsichtbaren Ketten oder Blockaden, die wir durch Einschränkungen unseres körperlichen Systems erfahren
  • können wir unser “Lebenspotenzial” leichter ausschöpfen.

Es bedeutet auch, die bestmögliche Version seiner selbst und möglicherweise ein besserer Mensch zu werden.

7) Wie kann ein Einsteiger mit biohacking beginnen? (Anleitung und Tipps für biohacks)

 

Wie bereits erwähnt, sind Biohacks nichts anderes als bestimmte Gesundheitstricks. Dazu zählen bestimmte Handlungen, Gewohnheiten oder auch Vermeidung (zB.: Verzicht auf gesundheitsschädliche Zusatzstoffe, Zucker oder schlechte Fette), die gesundheitliche Vorteile mit sich bringen.

 Biohacks sind Gesundheitstricks!

Hier eine kleine allgemeine Aufzählung für einfache und beliebte Biohacks:

 

Biohack #1: Spezielle Brillen, die blaues Licht blocken

Wenn Licht aus dem blauen Farbspektrum unser Auge trifft, geht unser Körper davon aus, dass es Tag ist. Blaues Licht wird jedoch nicht nur am Tagesbeginn von der Sonne ausgestrahlt, sondern auch als künstliches Licht von Fernsehern, Smartphones und sonstigen Geräten mit hellen Displays.

Blaulichtblocker-Brillen filtern – wie der Name schon sagt – das blaue Licht aus dieser Strahlung und ermöglichen es dem Körper sich auf die nächtliche Regeneration vorzubereiten. Denn nur bei Abwesenheit von blauem Licht kann der Körper das Schlafhormon Melatonin ausschütten, welches uns einen erholsamen und regenerativen Schlaf ermöglicht.

Die Brillen sollten abends bis zum Schlafengehen getragen werden, wenn wir vor einem Display oder Monitor sitzen.

Alternativ haben mittlerweile immer mehr Geräte einen Nachtmodus, mit dem weniger blaues Licht ausgestrahlt wird.

 

Biohack #2: Infrarotlicht

Die Bestrahlung mit Infrarotlicht kann tiefer als andere Lichtfrequenzen in unseren Körper eindringen und sorgt dafür, dass der Körper die Energieproduktion ankurbelt. Infrarotlicht gibt es in Form von Lampen oder als Infrarotlicht-Sauna.

 

Biohack #3: Mehr Kälte

Ähnlich wie Infrarotlicht erhöht auch die sogenannte „kalte Thermogenese“ die Energieproduktion. Wird der Körper Kältereizen ausgesetzt, erhöht sich als Reaktion der Energieumsatz und die Wärmeproduktion in unserem Körper.

Der heutige Lebensstil hat dafür gesorgt, dass wir solchen „gesunden“ Kältereizen weniger ausgesetzt sind als unsere Vorfahren. Wir brauchen es immer und überall warm und vermeiden Kälte soweit es geht, obwohl unser Körper evolutionär an Kältereize angepasst ist.

Mehr Kälte können wir in unser Leben integrieren, indem wir kalt Duschen oder einmal weniger anziehen beim Mist-aus-dem-Haus-bringen im Winter. Kurzzeitige Kältereize sind vollkommen ausreichend (zB.: warm duschen und dann kalt abduschen).

Biohacker, die es ernst mit Kältereizen meinen, bauen sich sogar eine eigene Kryogenkammer, in der sie sich sehr kalten Temperaturen aussetzen.

 

Biohack #4: Mehr Sonne

Auch hier hat der heutige Lebensstil ein Defizit hervorgerufen, nachdem wir einen Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen verbringen.

Unser Körper braucht Sonne, um in unserer Haut Vitamin D zu produzieren. Vitamin D hat sehr weitreichende Funktionen, die unseren Körper in Balance halten (insb. auch unser Immunsystem).

Körpereigen produziertes Vitamin D ist Vitamin D in Form von Nahrungsergänzung immer vorzuziehen.

Übrigens verhindert Sonnencreme mit seinen Nanopartikeln, dass wir ausreichend Vitamin D bilden, weshalb wir bei einem Sonnenbad je nach Sonnenstärke zumindest kurz (1/2 Stunde) warten sollten bevor wir uns einschmieren.

 

Biohack #5: bulletproof coffee

Diese Erfindung ist vom amerikanischen Biohacker Dave Asprey. Statt Milch wird dieser Kaffee mit einem kleinen Stück Butter und Kokosöl gemischt.

Die Fettsäuren in Butter und Kokosöl haben gegenüber Milch gesundheitliche Vorteile: insbesondere im Hinblick auf die Energieversorgung des Körpers (insb. des Gehirns) und dahingehend, dass sie den Stoffwechsel und die Verdauung weniger belasten.

Nachdem der bulletproof coffee keinen Zucker enthält (aber sogenannte “Ketone” als alternative Energieträger liefert), eignet er sich gut für die ketogene Ernährung.

 

Biohack #6: Fasten und Intervallfasten

Wer nicht über mehrere Tage fasten kann und trotzdem die gesundheitlichen Vorteile von Fasten für sich nutzen will, sollte sich mit intermittierenden Fasten (=Intervallfasten) beschäftigen. Dabei wird einfach gesagt, das Frühstück ausgelassen und innerhalb von ungefähr 16 Stunden nichts gegessen.

Die restlichen 8 Stunden des Tages kann Mittagessen und Abendessen gegessen werden. Fasten regt die Energieproduktion aus Körperfett und die sogenannte “Autophagie” (=Zellschutz, Zellreparatur und Zellerneuerung) an.

 

Biohack #7: Dankbarkeit

Bereits drei Minuten täglich bewusst Dankbarkeit zu praktizieren (also zu denken, auszusprechen aufzuschreiben) bewirkt nachweisbare und langfristige neurophysiologische Veränderungen in unserem Gehirn.

Für das dankbar zu sein, was bereits in unserem Leben ist oder es bereichert, trainiert damit nicht nur unseren Geist, sondern auch den Körper auf eine positive Lebenseinstellung.

Eine gute Möglichkeit für das Praktizieren von mehr Dankbarkeit ist, jeden Abend 3 Dinge aufzuschreiben, für die wir dankbar sind (Dankbarkeits-Tagebuch).

 

Biohack #8: Optimierung der Ernährung

Zu einer besseren Ernährung gehört in erster Linie der Verzicht auf gesundheitsschädliche Zusatzstoffe, Zucker, schlechte Fette und alles, was wir individuell nur schlecht vertragen (“clean eating”). 

Bei dem, was wir essen, sollten wir auch mehr darauf achten, ob die Nahrungsmittel dem Darm gut bekommen. Gesund für den Darm sind insbesondere Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel.

Zu den gesündesten Lebensmitteln gehört auch grünes Gemüse (zB.: in Form von grünen Smoothies).

Ein wichtiges Indiz für die richtige Auswahl an Nahrungsmitteln ist auch, dass uns die Nahrungsaufnahme nicht müde und energielos machen sollte (und dies auch nicht als normal angesehen werden sollte!).

Den Großteil unserer Nährstoffe sollten wir über unsere alltägliche Ernährung aufnehmen und nur einzelne Defizite über Nahrungsergänzung ausgleichen.

 

Biohack #9: Nahrungsergänzung

Ein Beispiel für Biohacking im engeren Sinn ist die Einnahme von Nahrungsergänzung.

Biohacking bedeutet gut mit allen wichtigen Nähr- und Vitalstoffen versorgt zu sein und Mängel intelligent und systematisch auszugleichen.

Neben einer ausreichenden Nährstoffversorgung (über Nahrung und gegebenenfalls über Nahrungsergänzung), kann mit gezielter Einnahme einzelner Nährstoffe in höheren Dosen eine bestimmte Wirkung im Körper hervorgerufen werden. Zum Bespiel erhöht Zink die Produktion von Testosteron, was für Bodybuilder interessant, weil damit das Muskelwachstum gefördert wird. 

Diese Form von hochdosierter Nahrungsergänzung sollte nur von Fortgeschrittenen angewendet werden, die die Hintergründe zu Wirkungen (und Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen) ausreichend verstehen. Das gilt insbesondere dann, wenn eine langfristige Einnahme angestrebt wird.

Aus medizinischer Sicht befindet man sich mit hochdosierter Nahrungsergänzung bereits im Bereich der Therapie (sogenannte „Orthomolekularmedizin“), bei der gegen bestimmte Symptome oder bei bestimmten Gendefekten, einzelne Nähr- und Vitalstoffe in Hochdosis gegeben werden.

Mit Blick in Richtung biohacking lässt sich mit Nahrungsergänzung auch…

 

Biohack #10: Schlafoptimierung

Schlaf ist die Grundlage für unsere körperliche und geistige Regeneration. Wir können Schlaf mit einer guten Schlafhygiene (das sind Gewohnheiten und Rituale, die wir vor dem Schlafengehen durchführen) und gegebenenfalls mit Nahrungsergänzung verbessern.

Jetzt mehr über Schlafoptimierung erfahren.

 

Biohack #11: Bewegung und Sport

Wir sollten uns jeden Tag ausreichend bewegen und gelegentlich Sport machen. Wie viel und wie intensiv wir individuell Sport machen sollten, hängt aber davon ab, wie sehr sich unser daran gewöhnt habt.

Sich nur einmal die Woche vollkommen zu verausgaben, belastet den Körper und ist sogar schädlich!

Der Körper muss sich erst an Reize – egal ob Cardio-Training wie Laufen, oder Kraftsport – gewöhnen. Insgesamt betrachtet, zählt Krafttraining mit kurzen Trainingseinheiten und Maximalkraft zu den effektivsten und gesündesten Arten, Sport zu machen.

 

Biohack #12: Meditation

Meditation hat ähnlich wie Dankbarkeit positive Auswirkungen auf unser Gehirn. Neben positiven neurophysiologischen Veränderungen und Wachstum bestimmter Hirnareale, senkt Meditation unseren Stresslevel, trainiert unsere Aufmerksamkeit und hilft uns daneben auch zu einer gesünderen und tieferen Bauchatmung.

Für diejenigen unter uns, die Meditation alleine zu langweilig findet, eignet sich die Kombination mit Bewegung (Yoga!).

 

8) Wie wirkt Biohacking?

 

Vielen der aufgezählten Biohacks ist gemein, dass sie auf die Mitochondrien und auf eine verstärkte Energieproduktion in unseren Zellen abzielen (zB.: Infrarotlicht, mehr Kälte, Fasten). Wird dem Körper signalisiert, dass er mehr Energie verbrennen soll, können wir diesen Effekt auch dafür nutzen, unser Idealgewicht leichter zu erreichen.

 

Frage: Was sind „Mitochondrien“?

(Dies ist eine zentral wichtige Frage, die nicht oft genug beantwortet werden kann.)

Mitochondrien sind die Energiekraftwerke innerhalb unserer Zellen. Sie sorgen dafür, dass die aus der Nahrung aufgenommene Energie in eine Form gebracht wird, die unsere Zellen für all ihre Funktionen verwenden können. Diese universelle Energiewährung in unserem Körper nennt sich „ATP“, kurz für Adenosintriphosphat.

Die Produktion dieser Energieform ist die Schlüsselfunktion für körperliche, aber auch geistige Gesundheit. In den Mitochondrien beginnt Gesundheit und mit Mitochondriopathie (Erkrankung der Mitochondrien) beginnt Krankheit.

Jetzt mehr über Mitochondrien und Energieproduktion erfahren

Die bei der Energiegewinnung ablaufenden Prozesse lassen sich aus Sicht der Biochemie erklären.

Sehen wir uns an, was es mit der Biochemie auf sich hat.

 

Biohacking wirkt in erster Linie auf die Biochemie

Die Biochemie ist die Lehre der Chemie innerhalb von biologischen Systemen (wie zB.: im menschlichen Körper). Sie zeigt uns wie unser Stoffwechsel (auch Metabolismus genannt) funktioniert, also jene Prozesse, die in jeder Sekunde in unseren Körperzellen ablaufen, unseren Körper aufbauen und uns am Leben erhalten.

Zu diesen Prozessen zählen zum Beispiel: 

  • unser Immunsystem,
  • die Weiterleitung von Nervensignalen über Neurotransmitter
  • die Kommunikation zwischen Zellen mit Hormonen
  • die Bildung von Bindegewebe, Muskeln, Knochen, Nervenzellen
  • die Bildung von Blut
  • Entgiftung

Die Biochemie zeigt uns alle Abläufe, wie der Körper Nährstoffe aufnimmt, sie verarbeitet und wie diese Nährstoffe unseren Körper aufbauen.

Kurzgefasst: 

Funktionieren die biochemischen Prozesse in unserem Körper gut und in Balance, sind wir gesund, glücklich und produktiv.

… wenn nicht, werden wir krank und energielos.

 Die Aktivierung bzw. Deaktivierung dieser hochkomplexen Prozesse hängen stark von unserem Lebensstil ab, also davon, wie wir uns ernähren, wie und wie viel wir uns bewegen, wie viel und wie gut wir schlafen usw.

Biohacking hat zum Ziel, uns diese Biochemie in unserem Organismus etwas bewusster zu machen und diese Prozesse in eine Richtung zu lenken, die zu unserem Vorteil ist. 

Wahre Gesundheit beginnt immer auf zellulärer Ebene!

Die Biochemie ist der kleinste gemeinsame Nenner der Funktionsweise aller Zellen und damit dafür, was Gesundheit überhaupt ist, und zwar aus ganzheitlicher Sicht. Denn im Gegensatz zur Anatomie, die sich auf bestimmte Zellarten, Gewebe und Organe fokussiert, gilt die Biochemie für alle Zellarten gleichermaßen.

 Das biochemische Gesamtsystem des menschlichen Organismus in seinen Grundzügen zu verstehen ist nicht leicht!

Stelle dir die Biochemie vor wie eine große Landkarte, die diese tausenden Prozesse miteinander in Relation setzt und miteinander vernetzt. Der Einblick in die Biochemie ist demnach sehr komplex, aber auch nur kleine Einblicke ermöglichen uns bereits große Vorteile.

Bereits ein kleines Verständnis für unser inneres biochemisches System ermöglicht uns nachhaltig mehr Gesundheit. Wir können mit ihr eher abschätzen, welche Verhaltensweisen und Gewohnheiten uns guttun und welche nicht, weil wir die Hintergründe rational in dieses System einordnen können.

Wir sind auch der Ursachenfindung für chronischen Gesundheitsprobleme einen großen Schritt näher und erlangen in diesen Fällen neue Handlungsmöglichkeiten, um mit diesen Problemen besser umzugehen.

Mit der Biochemie gelingt es uns etwas hinter die Kulissen zu blicken, auch hinter jene von Symptomen und davon, was uns bestimmte Laborbefunde sagen wollen. Grundkenntnisse in Biochemie bilden zudem einen Schutz vor zu stark vereinfachten Gesundheitsinformationen.

 Insgesamt macht Wissen im Bereich der Biochemie Gesundheit greifbarer und auch formbar!

 

Biohacking wirkt auf Gene

Eine noch grundlegendere Ebene in unserem Körper als die Biochemie sind unsere Gene. Während die Biochemie beschreibt, wie der Stoffwechsel funktioniert, zeigen uns unsere Gene, ob der Körper die für den Stoffwechsel notwendigen Stoffe überhaupt und in ausreichender Menge bilden kann. Unsere Gene sind der Bauplan für unseren Körper und dessen Stoffwechsel. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb (angeborene) Gendefekte so starke Auswirkungen auf uns haben.

Einen großen Paradigmenwechsel gab es in jüngerer Zeit durch die wissenschaftliche Erkenntnis, dass unser Lebensstil und äußere Umwelteinflüsse auf die Aktivität unserer Gene (die sogenannte „Genexpression“) einen viel stärkeren Einfluss haben als bisher vermutet.

 Mit dieser Erkenntnis wurde auch klar:

 Wir sind nicht Opfer unserer geerbten Gene!

( … und Gene sind nicht unser vorgegebenes Schicksal)

Die sogenannte „Epigenetik“ beschäftigt sich damit, welchen Einfluss wir auf unsere Gene ausüben und wie wir diese Gene durch unseren Lebensstil (Ernährung, Bewegung, Nahrungsergänzung, etc.) steuern bzw. wie sie durch Umwelteinflüsse (auch Schadstoffe) gesteuert werden.

Je nachdem wie sich diese Gene an oder abschalten, hat dies Auswirkungen darauf, wie und ob unsere Biochemie richtig funktioniert.

Das heißt, wir sind nicht das Produkt unserer Vererbung, sondern können zu einem großen Teil selbst entscheiden wie wir uns entwickeln! In der Forschung geht man sogar davon aus, dass nur 10% unseres genetischen Materials rein durch Vererbung bedingt ist und 90% von der Epigenetik.

Wie sich die eigenen Gene zusammensetzen und wo wir dort Schwachstellen haben, kann heutzutage mittels einfacher DNA-Tests ermittelt werden.

Direkte Genmanipulation

Unabhängig zu dem, wie wir mit den Erkenntnissen aus der Epigenetik, Einfluss auf die Aktivität von Genen ausüben können, gibt es auch „biohacking“-Strömungen im kritischen und zu hinterfragenden Bereich:

Anhand Auswertungen aus den DNA-Tests und mit der im Jahr 2012 entwickelten „CRISPR“-Technologie sollen dabei direkte Manipulation von Genen durchgeführt werden. Mit dieser Technologie sollte deshalb (insbesondere von “gesunden” Menschen, die etwas zu riskieren haben) vorsichtig umgegangen werden, weil die Eingriffe sehr grundlegend sind und deren langfristigen Auswirkungen aus dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Forschung noch nicht abgeschätzt werden können.  

9) Ist biohacking gefährlich oder schädlich?

Richtig angewendet ist biohacking grundsätzlich nicht schädlich oder gefährlich. Bei den meisten (oben aufgelisteten) biohacks merken wir ohnehin recht schnell, ob sie uns guttun oder nicht.

Vorsicht geboten ist jedoch bei biohacks, deren Langzeitwirkung noch nicht gut untersucht und deren Risiko noch nicht hinreichend abgeschätzt ist:

  • Neuen Technologien, die direkte Einwirkungen auf unsere Gene ausüben (CRISPR), sollte man mit großer Vorsicht begegnen.
  • Nahrungsergänzung in Hochdosis ist aus medizinischer Sicht bereits Therapie (Orthomolekularmedizin)

Demnach gilt: 

Je tiefgreifender ein biohack wirkt, desto vorsichtiger sollte man damit sein.

10) Kritik am Trend zur Selbstoptimierung und an „biohacking“

 

Selbstoptimierung – egal in welcher Form – ist mit Kritik behaftet.

Das liegt teilweise daran, dass die Prämisse hinter diesem Trend davon ausgeht, dass wir als Menschen mangelhaft sind und wir diese Mängel demnach beseitigen müssen.

Die dahinterliegende Denkweise entspringt unserer heutigen Gesellschaft, die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit des einzelnen mehr in den Vordergrund rückt als das jemals zuvor der Fall war.

Unabhängig davon streben wir natürlich auch persönlich danach, „mehr“ aus uns und unserem Leben zu machen und über uns selbst hinauszuwachsen.

 Wir müssen heutzutage schnell und effizient Leistung erbringen können!

 … das ist ein Fakt.

Die Frage ist nun, wie wir diesem Fakt begegnen:

 Wie denken wir darüber? Welches Mindset haben wir dazu?

Um diese von der Gesellschaft oder von uns selbst verlangte Leistung erbringen zu können, brauchen wir Ressourcen (Gesundheit, Bildung, etc.).

Aus meiner Sicht haben wir zwei Möglichkeiten: 

  • Wir können uns einerseits diesem “Weiter-schneller-besser”-Gedanken verschließen, unsere Fehler und unsere Mängel akzeptieren und mit unseren derzeit vorhandenen Ressourcen im Status Quo unser Leben so glücklich wie möglich weiterleben”
  • Oder wir können uns andererseits den heutigen Möglichkeiten öffnen und beginnen an uns selbst zu arbeiten. Und das auch dann, wenn es gleichzeitig bedeutet, dass wir Mängel und Fehler an uns selbst erkennen müssen, um letztlich eine Chance zu haben, sie zu beseitigen. Dies erfordert ausreichend Energie, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, nicht in einem „Mangel“-Denken zu versinken und uns damit selbst schlecht zu machen.

 Daraus entspringt auch die Frage: 

Sehen wir in uns Mängel … oder Potenziale?

Auch wenn die Unterscheidung manchmal schwer zu treffen ist: Wir können mit unserem derzeitigen Leben glücklich sein und trotzdem gleichzeitig nach mehr streben. Glück und Zufriedenheit sind nicht das Gleiche!

Natürlich kann man mit Selbstoptimierung (und mit „biohacking“) übertreiben, genauso ist es aber auch mit vielen anderen Dingen.

Nachdem „biohacking“ aber als erstes Ziel mehr Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit hat, sollten wir nicht durch starre Denkweisen oder einem Kontrollzwang über dieses Ziel hinausschießen. Dies schadet nur uns und unserem Selbstbild. 

Lieber einen Schritt zurück als einen voreiligen Schritt nach vorne.

Verhaltensweisen, die dazu führen, dass unser Leben nur noch in sehr eingeschränkten und unflexiblen Bahnen verläuft, können generell nicht als gesund angesehen werden. Es gilt daher biohacking gegebenenfalls so in das eigene Leben zu integrieren, dass es dadurch zu keinen gravierenden Einschränkungen kommt, sondern es eine nützliche Erweiterung unserer Handlungsmöglichkeiten darstellt.  

Auch macht es Sinn Dinge, die unveränderbar sind, zu akzeptieren und uns nur mit dem zu beschäftigen, was wir verändern- und beeinflussen können (davon gibt es laut Wissenschaft immer mehr!). Damit erreichen wir eher eine Balance und sind der Ausschöpfung unseres Potenzials einen Schritt näher.

11) Fazit und Zusammenfassung

 

Durch biohacking kannst du mehr Einfluss auf deine Gesundheit und Produktivität nehmen als du dir vielleicht bisher vorstellen kannst.

Kurzgefasst gibt es für „biohacking“ keine einheitliche Definition, sondern beschreibt es lediglich als Überbegriff und einfach ausgedrückt, einen bewussteren Umgang mit dem eigenen Körper und mehr Kontrolle über das eigene Wohlbefinden und die eigene Leistungsfähigkeit.

Durch gezielt wissenschaftlich fundierte Gesundheitstricks („biohacks“ wie zB.: Nahrungsergänzung) soll der eigene Körper sein genetisches Maximum erreichen, also sein Potenzial ausschöpfen und ohne sich dabei selbst zu schaden.

Wir steuern unsere Biochemie täglich, zu einem kleinen Teil bewusst und zu einem großen Teil unbewusst. Der Ablauf dieser biochemischen Prozesse in unserem Körper gibt uns Auskunft darüber, wie gesund und leistungsfähig wir sind.

Die Frage ist, ob du deine Biochemie bewusster und zu deinem Vorteil steuern willst. 

Bist du bereit, dein Körpergefühl bewusster wahrzunehmen, dich damit auseinanderzusetzen, wie der Körper funktioniert und Neues auszuprobieren, um Gesundheit und Produktivität zu verbessern?

Falls ja, dann ist biohacking wahrscheinlich das Richtige für dich.

(Keine Sorge: Du kannst auch mit kleinen und einfachen Biohacks beginnen)

Lerne mit biohacking, was du persönlich brauchst, um deinen Körper und deinen Geist gesund zu halten und die dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

 Mehr Energie im alltäglichen Leben ermöglicht es uns,… 

  • unser Potenzial besser auszuschöpfen,
  • die bestmögliche Version unserer selbst zu werden,
  • geistige und körperliche Fähigkeiten zu erlangen, um unsere Träume zu verfolgen (Selbstverwirklichung und persönliches Wachstum),
  • unsere Alltagsprobleme leichter zu meistern,
  • mehr Chancen im Leben zu sehen und
  • unser Leben leichter anhand unseres Wesenskerns ausrichten zu können.

Sei bereit im Rahmen der wissenschaftlich fundierten Möglichkeiten zu experimentieren, um herauszufinden, was dir individuell, langfristig und nachhaltig gut tut und personalisiere dadurch deine Herangehensweise an das Thema Gesundheit und Leistungsfähigkeit! 

Wir können durch biohacking keine Übermenschen werden!

 … was wir aber können, ist das möglichst Beste aus uns selbst herauszuholen (also unser genetisches Maximum zu erreichen) und damit leichter glücklich zu sein.

Ich hoffe du hast in diesem Artikel viel gelernt und einfache Werkzeuge gefunden, mit denen du bereits heute mit biohacking beginnen kannst.

 

Alles Gute und viel Erfolg

 Daniel

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